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Im Rahmen der Erstdiagnostik ist
eine ausführliche Medikamentenanamnese erforderlich. Bei
der klinischen Untersuchung ist insbesondere auf Infektionen und
Blutungszeichen zu achten.
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Empfohlene Labordiagnostik
bei Verdacht auf aplastische Anämie |
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Zellzählung mit Differentialblutbild
und Retikulozytenzählung
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Blutgruppenbestimmung
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Quick-Wert, PTT, Fibrinogen
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Ferritin, Vitamin-B12 und Folsäurespiegel,
Gesamteiweiß, Elektrophorese, GOT/GPT, LDH, Kreatinin,
Bilirubin und Blutzucker
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antinukleäre Faktoren und
Immunglobuline
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Virusserologische Untersuchungen
(Hepatitis A, B, C; HIV; CMV, HSV, VZV, EBV, Parvovirus B19)(möglichst
noch vor der ersten Transfusion von Blutprodukten)
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Wegen der engen Beziehung
der aplastischen Anämie zur PNH sollte durch eine durchflußzytometrische
Analyse untersucht werden, ob Zellen mit dem PNH-typischen
Defekt einer Defizienz GPI-verankerter Proteine vorhanden
sind (siehe Einsendebogen). Die früher gebräuchlichen
Hämolyse-Tests (Säure-Serum-Test und Zuckerwasser-Test)
sind weitgehend obsolet, da sie -im Gegensatz zur durchflußzytometrischen
Untersuchung- nur die Erythrozyten erfassen, schwer quantifizierbar
sind und durch vorangegangene Trans-fusionen oder akute
Hämolyse-Schübe falsch negativ ausfallen können.
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Falls als erste Therapiemaßnahme
eine allogene Stammzelltransplantation in Betracht kommt,
muß zügig eine komplette HLA-Typisierung des
Patienten und seiner Geschwister durchgeführt werden.
Bei einem inadäquaten Thrombozytenanstieg nach Transfusion
besteht - unabhängig von der Transplantationsfrage-
die Notwendigkeit einer Typi-sierung der HLA-Klasse-I-Antigene,
um die Auswahl HLA-kompatibler Einzelspender zu ermöglichen.
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Die Diagnose der aplastischen
Anämie basiert auf dem Blutbild, der Knochenmark-zytologie
und (obligat!) einer Knochenmarkhistologie. Da die Verminderung
der Zelldichte bei Vorliegen von "hot spots" inhomogen
sein kann, ist ein mindestens 15 mm langer Biopsiezylinder erforderlich.
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Befunde im peripheren Blut |
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Im peripheren Blut besteht eine
Bi-/Trizytopenie. Das mittlere korpuskuläre Volumen ist erhöht,
ansonsten besteht eine unauffällige Erythrozytenmorphologie.
Die Leukopenie ist durch Granulozytopenie und Monozytopenie bedingt.
Unreife myeloische Vorstufen oder kernhaltige rote Vorstufen oder
Riesenthrombozyten im peripheren Blut sprechen gegen die Diagnose
einer aplastischen Anämie.
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Befunde im Knochenmark |
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Im Knochenmark liegt eine Aplasie
oder Hypoplasie ohne Infiltration durch neoplastische Zellen vor.
Die Verminderung der Zelldichte betrifft in der Regel alle Zellreihen,
wobei in vielen Fällen die Verminderung der Megakaryozyten
im Vorder-grund steht. Bei einem Teil der Patienten kann eine
Vermehrung von Lymphozyten bestehen, so daß sich die Differentialdiagnose
eines Non-Hodgkin-Lymphoms stellt. Die immunphänotypische
Untersuchung zeigt in diesen Fällen bei aplastischer Anämie
eine Vermehrung von T-Lymphozyten und NK-Zellen, wobei in einem
Teil der Fälle besonders eine Vermehrung aktivierter CD8-positiver
Lymphozyten mit Expression von HLA-Klasse-II-Antigenen und Expression
der a-Kette des Interleukin-2-Rezeptors besteht.
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Zytogenetische Untersuchung |
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Eine zytogenetische Untersuchung
des Knochenmarks ist nicht obligat, wird jedoch in neueren Empfehlungen
und Studienprotokollen zunehmend berücksichtig. Aufgrund
von Berichten über hohe Inzidenz von myelodysplastischen
Syndromen und akuten Leukämien nach Wachstumsfaktor-Behandlung
der aplastischen Anämie, sollte zumindest bei Patienten,
welche eine prolongierte Wachstums-faktor-Behandlung erhalten,
ausgeschlossen werden, dass bereits vor Therapie eine klonale
Population mit einer zytogenetischen Aberrationen vorliegt, die
nach Wachstumsfaktor-Therapie gehäuft beobachtet wurden.
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Differentialdiagnosen |
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Wesentliche Differentialdiagnosen
sind andere mit Bi- oder Trizytopenie einher-gehende Krankheitsbilder
wie myelodysplastisches Syndrom (v.a. hypoplastische Formen des
MDS), megaloblastäre Anämie, Hypersplenismus, Lupus
erythematodes, Haarzellleukämie und andere niedrig-maligne
Non-Hodgkin-Lymphome, Knochen-markkarzinose, paroxysmale nächtliche
Hämoglobinurie. Schwierig ist insbesondere die Abgrenzung
von hypoplastischem MDS. Die anderen Formen sind in der Regel
durch Beurteilung von Blutausstrich, Knochenmarkzytologie und
-histologie eindeutig abzugrenzen.
Wichtig ist auch die Abgrenzung kongenitaler aplastischer Anämien.
Bei Verdacht auf Fanconi-Anämie (junge Patienten, Auffälligkeiten
wie Minderwuchs, Skelett-anomalien, Hypogonadismus, Cafe-au-lait
Flecken, Fehlbildungen der ableitenden Harnwege etc.) ist eine
Chromosomenanalyse (Chromosenbrüchigkeitstest, molekulargenetische
Untersuchung der Fanconi-Anämie-Gene) erforderlich.
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